Heise 09.04.2026
13:30 Uhr

heise+ | Linux: Wie man mit Udev-Tricks eine Gamingtastatur programmiert


Programmierbare Gamingtastaturen sind teuer und selten für Linkshänder geeignet. Mit ein paar Udev-Tricks unter Linux basteln Sie sich Ihre eigene Tastatur.

heise+ | Linux: Wie man mit Udev-Tricks eine Gamingtastatur programmiert

Früher war alles Joystick, mit anderen Worten besser: Wer am (Heim-)Computer spielen wollte, egal ob Rechts- oder Linkshänder, griff zum Knüppel. Doch als der PC aufkam, wurde alles anders. Kaum ein Arbeitsrechner hatte einen Joystick-Port, außerdem brauchte man spezielle PC-Joysticks, denn die Feld-Wald-und-Wiesen-Knüppel à la Quick Shot Pro waren nicht kompatibel. Also wurden Tetris & Co. am PC mit den Cursortasten gezockt – bis in Ego-Shootern wie Quake oder Half-Life die Maus ins Spiel kam. Fortan zielte man mit der Maus in der rechten Hand und jagte die Spielfigur mit Links und den Tasten W, A, S und D durch die Level.

Einhandtastaturen schaffen Platz auf dem Schreibtisch, sie verzichten auf die meist ohnehin ungenutzten Tasten auf der rechten Hälfte. Je nach Modell besitzen sie zwischen zwölf und etwa 60 Tasten. Frei programmierbar sind solche Tastaturen mit 40 bis 200 Euro vergleichsweise teuer. Linux-Gamer können sich diese Investition sparen, denn mit Udev wird jeder Ziffernblock und jede Tastatur programmierbar. Linkshänder können mit diesen Tricks sogar Spiele spielen, die keine oder nur teilweise Anpassungen der Tastenbelegung erlauben, selbst mit einer Standardtastatur.

Die Möglichkeiten sind vielfältig: Mit den richtigen Udev-Regeln können Sie auf sämtlichen angeschlossenen Tastaturen die gleiche Umbelegung vornehmen, etwa um Caps-Lock zu deaktivieren. Durch die Angabe von Hersteller und Modell gelten andere Regeln lediglich für eine bestimmte Modellreihe von Tastaturen, etwa Apple-Tastaturen.